Gardasee/Arco - Klettersteig Montalbano bei Mori

Am ersten Tag unseres Urlaubs haben wir nach Ausschlafen und Einkaufen überlegt, dass Bewegung nach den 13 Stunden Fahrt am Vortag gut tun würde.


Nach kurzer Konsultierung unseres Klettersteigführers haben wir uns für den Klettersteig am Montalbano entschieden, da dieser mit 2,5 h angegebener Zeit für einen nachmittäglichen Steig völlig ausreichend schien. So haben wir uns ins Auto gesetzt und sind nach Mori gefahren. Parken kann man in dem Örtchen überall ganz gut, wir haben an oben im Dorf an einer Kirche geparkt. Der eigentlich übliche Zustieg zum Klettersteig, oberhalb des Dorfes entlang durch die Weinberge, war leider wegen Felssprengungen gesperrt. So musten wir den Weg durch das Dorf nehmen, um zur Wallfahrtskirche "", oberhalb von Mori gelegen, zu kommen. Hinter der Kircheliegt ein relativgroßer Boulderbereich. Die Routen an den Bouldern sind mit kleinen Pfeilen markiert und die Fläche im Spottbereich sind sehr gut aufgeräumt. Es gibt öffentliche, saubere Toiletten, Bänke und sogar einen Trinkwasserbrunnen. Zur Schwierigkeit der Boulder können wir leider gar keine Aussage treffen, sie  wirkten aber nicht zu schwer. Ich flitzte kurz zur Toilette während Marco unsere Wasserflaschen wieder füllte und dann ging es los: Der Einstieg des Steigs befindet sich etwas oberhalb des Bouldergartens, es gibt dort Platz und eine Bank - Klettersachen angelegt, Helm aufgesetzt, Kamera am Gurt befestigt und los gings! Der Einstieg hielt schon eine Überraschung bereit: Die ersten ca. 3m des Klettersteigs waren solo (II-III) zu klettern, einzige Schwierigkeit die schon wahnsinnig abgelutschten Tritte. Einmal kräftig zupacken, oben angekommen und ins Seil eingeklinkt. Ein paar leichteren Leitern (C) folgend, erreichten wir die erste Querung nach rechts. Diese ist mit Metalltritten gesichet (C/D) und schon angenehm luftig über den Spitzen der Bäume. Es folgt ein teilweise leicht überhängender Leiterbereich bestehend aus Klammern (C/D), bei dem wir teilweise mit etwas langen Armen umklinken mussten. Nach einer kleineren Querung nach links und einer weiteren kürzeren Klammerleiter kamen wir zu einem langen, relativ breitem Grasband, auf dem bei Bedarf gut pausiert werden kann. Hier haben wir ein schnelleres Pärchen vorbei gelassen, sind aber sonst ohne große Pause weitermarschiert. Eine weitere Klammerleiter führte uns nun hinauf in einen blockigeren Teil des Klettersteigs mit weiteren Querungen nach links, bis wir den Fuß der großen Verschneidung erreichten. Dort haben wir uns natürlich in das Wandbuch eingetragen und uns dann in den anstrengensten Teil des Steigs begeben: In der Verscheidung führte und eine lange Reihe leicht überhängender Trittklammern (D) zum Ausstieg des Steigs. Dort erwartete uns eine Bank und eine tolle Aussicht auf die Gardaseeberge mit dem Monte Baldo. Der Abstiegsweg ging linkerhand den Berg herunter, der Weg ist mäßig markiert, an einer unmarkierten Kreuzung haben wir uns intuitiv links gehalten und lagen damit tatsächlich richtig.


Unser Fazit: Ein grandioser Klettersteig, der tolle, exponierte Querungen bietet, aber kräftetechnisch nicht unterschätzt werden sollte. Es gibt keinen Notausstieg! Wir haben uns sagen lassen, dass der Steig üblicherweise sehr stark begangen ist. Da wir sehr spät gestartet sind, hatten wir keinerlei Andrangprobleme. Ein Vorteil des späten Einstiegts war definitiv, dass die Sonne teilweise schon hinter dem Berg verschwunden war. In der Mittagshitze ist man der Sonne durchgängig ausgesetzt. Daher: Sehr früh oder sehr spät starten!

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Kommentare: 1
  • #1

    Britta (Sonntag, 12 November 2017 09:37)

    Hi ihr beiden,
    ein gelungener Artikel über einen Klettersteig, der sich bestimmt lohnt! Ich habe Lust ihn auszuprobieren :)))
    LG Britta