Querung des "kleinen Deisters"

Unsere heutige Tour führte uns über den kleinen Deister. Dieser liegt südöstlich von Springe und ist quasi die Fortsetzung des Deisters. Unser Startpunkt war der Bahnhof in Springe, denn heute sind wir umweltfreundlich per Bahn angereist. Von Bahnhof aus hielten wir uns rechts und sind der "Bürgermeister-Peters-Straße" gefolgt. An der nächsten Viererkreuzung bogen wir links ab und durchquerten den Ortskern von Springe in Richtung Süden. Es ging sehr lange einfach entlang der Straße gerade aus, wir unterquerten die B217 und kamen so aus Springe raus in die Felder bewegten uns am Rand eines Gewerbegebiets. Die Eldagsener Straße machte nun einen kleinen Linksknick und wir bogen halbrechts in den "Burgberg" ein. Straße mündete am Waldrand in einen breiten Fahrweg und wir folgten der Beschilderung in Richtung Jagdschloss. Der Weg hielt hier relativ durchgängig die Höhe. Als wir vor uns auf einmal ein verschlossenes, hohes Tor sahen, waren wir kurz etwas verdattert, erkannten aber bald, dass der Weg links entlang der Mauer zu einem offenen Törchen führte. Uff, Erleichterung! Wir betraten nun den "Saupark", das ummauerte Naturschutzgebiet auf dem kleinen Deister. In diesem Naturschutzgebiet leben Rot- und Schwarzwild, sowie Muffel-, Damm- und Rehwild. Es soll sogar Wildkatzen geben!


Der Weg führte uns nun durch einen Laubwald und bald tauchten linkerhand von Kastanien gesäumte Wiesen auf. An der nächsten Weggabelung (rechterhand lag das Jagdschloss Springe) bogen wir scharf rechts ab und hielten die Augen nach einem kleinen Abzweig nach links auf. Nach ca. 100m entdeckten wir einen kleinen, sehr dunklen und matschigen Weg, der schon sehr verwachsen war. "Das ist der Weg", sage ich, "den müssen wir rauf!". Ich hatte die Route vorab ja auf Outdooractive geplant. Gesagt, getan, wir kämpften uns den Weg hinauf. Er wurde zusehends schmaler und meine Mitwanderer waren offensichtlich nicht ganz davon überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein... Selbst mir kamen zwischenzeitlich leichte Zweifel, doch umdrehen? Nie im Leben! Der Weg war zwischenzeitlich nur noch ein Wildpfad, zahlreiche Rehfährten deuteten auf eine rege Benutzung hin. Wo die durchkommen, kommen wir auch durch! Wir haben uns an Abzweigungen generell leicht rechts gehalten und siehe da, auf einmal standen wir nach einem steileren Stück wieder auf einem breiten Fahrweg, meinen Mitwanderern stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Aber ob das denn der Weg war, den wir suchten? Nachdem wir dem Weg nach rechts weiter bergauf folgten und eine Haarnadelkurve kam, waren wir uns sicher: Hier sind wir richtig, der Kammweg ist nicht mehr weit. Plötzlich schauten wir auf, links von uns erhoben sich ca. 20m hohe Klippen! Das Klettererauge schaute sofort nach Routen und Bohrhaken, aber die Erkenntnis kam schnell: Dies ist das Paradies von Fledermäusen und Eulen. Oberhalb der Felsen bog nun endlich der schmale Kammweg ab. Ihm folgten wir nun konstant erst über den Burgberg zum Wilhelmsblick, wo man von Bänken aus die Sicht in Richtung Völksen genießen könnte, wenn man Pause machen würde... Zwischendurch kreuzte der Weg einen breiteren Fahrweg, wir blieben aber auf dem Kamm. Hinter den Wolfsköpfen trafen wir dann neben einer Schutzhütte auf Tisch und Bänke und machten 20 Minuten Pause. Essen muss sein! Von nun an ging es erstmal all die erkämpften Höhenmeter wieder hinab. Wir folgten dem nun wieder breiteren Fahrweg (Achtung, an einer größeren Kreuzung geht ein Weg bzw. Pfad geradeaus weiter, man folgt aber dem breiteren Fahrweg nach rechts) und hatten sogar das Glück, eine Hirschkuh zu sehen. Nach ein paar Höhenmetern bergab trafen wir auf einen weiteren breiten Weg und bogen links ab um den nächsten Weg (ca. 20m weiter) wieder rechts weiter den Weg bergab zu nehmen. Dieser Weg wurde zwischenzeitlich zu einer geteerten Straße und links von uns tauchte ein alter Steinbruch auf.
Als rechts von uns die Teerstraße durch ein Tor führte, sind wir ihr weiter gefolgt und verließen so den Saupark. Nun mussten wir ein kleines Stück nach rechts der L422 folgen, um an der Holzmühle wieder links in den Wald abzubiegen. Da die Landstraße hier etwas unübersichtlich ist und ein Bürgersteig vorhanden ist, sollte die Straße sofort überquert werden, damit man auf der linken Straßenseite geht!
An dem großen Wanderparkplatz hinter der Holzmühle (hier kann man auch einkehren), sind wir dem rechten Weg das Gehlenbachtal hinauf gefolgt. Auf beiden Seiten wechselten sich nun Laub- und Nadelwald ab und der Pilzsammler erwachte in uns! Unser nächstes Ziel, die Sennhütte, war auch schon ausgeschildert. Dieses Wegstück war zwar landschaftlich ganz reizvoll, wurde aber nach einiger Zeit etwas langweilig. Endlich wurde es wieder etwas steiler und auf einmal sahen wir am Hang direkt am Weg Pilze! Und was für Pilze! Die schönsten Sommersteinpilze und Hexenröhrlinge! Da wir uns nicht mehr in einem Naturschutzgebiet befanden, haben wir diese Prachtexemplare direkt eingesammelt und uns gefreut wie bolle! Steinpilze im Juli und ein Pilzrührei zum Abendessen! Toll! Kurz vor dem Kopf bogen wir links ab und trafen ein anderes Wandererpärchen, die gerade aus dem Unterholz kamen und uns zwei große Pfifferlinge zeigten. Marco fand hier in unmittelbarer Umgebung nochmal zwei Steinpilze, da kam dann wohl der Jäger und Sammler durch!


Bald sahen wir links die Terrasse der Sennhütte und hier gönnten wir uns leckere Schnitzel und ein alkoholfreies Bier. Lecker! Ich wollte nun gerne einen Abstecher zum St.Avoldsee machen und so wanderten wir in Richtung Ausschilderung "NSG". Den ersten Abzweig ließen wir links liegen, den zweiten nahmen wir nach links. Der Pfad führte uns im Nieselregen entlang des St.Avoldsees, der in einem alten Steinbruchliegt. Der Pfad wurde schmaler und schmaler, es kam wieder die "Ist das hier richtig?"-Frage auf. "Natürlich ist das hier richtig, da drüben sind Bienenstöcke. Da kommt man schon durch." war meine Antwort hierauf. Der Pfad führte durch ein kleines Wiesenstück und wieder in den Wald hinein. Nun ging es stetig bergab und uns hatte das Pilzfieber gepackt! Dort könnte etwas sein, oder nein, eher da drüben. In der Ferne sahen wir zwischendurch auch einen Menschen mit Körbchen. Ob der schon was gefunden hat? Die querenden mehr oder minder breiten Wege ignorierten wir, bergab war das Ziel! Als wir weiter unten im Tal auf einen sehr breiten Weg trafen und es geradeaus nicht weiterging, bogen wir rechts ab und folgten nun der Beschilderung in Richtung Anhalt. Hier  verließen wir nun den Wald und wanderten durch die Randgebiete von Osterwald. Der Landstraße folgten wir nun immer geradeaus. Vor uns sahen wir auf der anderen Talseite über die Felder und Wiesen drüber den Thüster Berg und weiter westlich die nördlichen Ausläufer des Iths. Auch die Sonne kam jetzt raus! Auf einmal hörte ich von Marco nur ein "NEIN! Da fährt der Zug!", und tatsächlich, ca. 1 km entfernt sahen wir unseren Zug fahren! Miste, das hieß eine Stunde auf den nächsten Warten... Letzten Endes warteten wir 40 Minuten in Osterwald auf den Zug und vertrieben uns die Zeit mit Kirschenweitspuken.

 

Hannah

 

Strecke: ca. 20km und 500 Höhenmeter

Mehr Informationen gibt es hier

 

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