Rundwanderweg im Okertal (Harz)

Letzten Sonntag hatten Marco und ich trotz des schlechten Wetters Lust, eine Runde wandern zu gehen. Ich hatte auch schon eine Idee: Ich bin schon mal im Okertal gewandert und dachte, dass das für das nieselige Wetter doch bestimmt ganz nett wäre. Marco war von der Idee angetan, also ab ins Auto und ab in den Harz gefahren. Geparkt haben wir im "Kästeweg" im Ort Oker. Von dort sind wir den Hauptweg ein Stück den Berg raufgelaufen, bis linkerhand eine Wanderkarte stand. Wir hatten uns zwar auf unserer eigenen 1:50.000er zwar schon einen Überblick verschafft, aber die größere Auflösung der aufgestellten Karte war deutlich besser. Auf der Karte waren verschiedene Rundwege dargestellt und wir haben uns kurzerhand für den rot markierten Rundweg 2 entschieden.
Immer den Wegweisen folgend stiegen wir nun langsam aus dem Tal auf, kaum waren wir unterwegs, fing es an zu regnen. War ja klar... Zum Glück hat es nach 10 Minuten wieder aufgehört. Da hat sich Marcos Mühe, die Regenjacke rauszukramen nicht wirklich gelohnt. Das bisschen Wasser haben Softshelljacke und -hose gut abgehalten.


Nachdem wir ein Stück dem Hauptweg gefolgt sind, sind wir links in das Teufelstal abgebogen und sind einem schmaleren Weg vorbei an der Ziegenrückenklippe gefolgt. An der nächsten Gabelung mit dem Hauptweg ging es rechts in Richtung Käste weiter. Links und rechts des Weges waren immer wieder kleinere Klippen zu sehen. Chalk-Spuren deuteten auf die Nutzung als Boulderfelsen hin. An einem weiteren Abzweig ging es weiter den Berg hinauf, der Weg war wieder deutlich schmaler und nicht geschottert. Dieser Weg traf später auf die Käste Straße und wir staunten nicht schlecht, dort mitten im Wald an einem breiten Schotterweg eine Bushaltestelle aufzufinden. Zur Käste war es nicht mehr weit. Es handelt sich hier um ein Ausflugslokal oberhalb der Kästeklippen. Da wir unseren eigenen Proviant mit hatten, haben wir das Lokal ignoriert und einen Abstecher auf die Klippen gemacht um dort eine kleine Essens- und Aussichtspause einzulegen. Anschließend wanderten wir von der Käste aus den Berg ein Stück hinab zur Hexenküche, einer weiteren Klippe. Der Weg führte nun an Klippen wie Mausefalle und der Feigenbaumkanzel entlang und den Berg wieder hinab. An den Klippen hatten wir immer wieder schöne Aussichten auf das Okertal und den Harz. Der Weg ging zeitweise sehr steil bergab, wir waren froh, dass wir das nicht hoch mussten und unser Aufstieg flacher war. Schließlich kamen wir das Tal der Kleinen Romke, die fleißig murmelte, hinab und trafen auf die B498 unterhalb des Romkefalls. Einmal links über die Brücke über die Oker und dann ging es rechts den Weg am Flussufer entlang das Tal wieder herunter. Einen Vorteil hatte das feuchte Wetter: Wir konnten den Weg durch das Tal genießen, da kaum Motorräder auf der Bundesstraße unterwegs waren. Bei schönem Wetter kann der Lärm der Straße diesen schönen Weg etwas trüben. Wenn die Oker genug Wasser führt, kann man beim bewandern dieses Weges viele Kajakfahrer im "Wildwasser" beobachten! Hinter dem Okerstau (einer kleineren Aufstauung der Oker zur Stromgewinnung) mussten wir wieder ein Stück hinter der Leitplanke an der Straße entlang, bis linkerhand die Marienwand in Sicht kam. Dort machten wir eine kleine Melonenpause, um die Kletterer dort zu beobachten.


Auf Höhe der Uhuklippen konnten wir die Straße endlich wieder verlassen und wechselten wieder auf das westliche Flussufer. Es ging wieder ein Stückchen den Berg hinauf, um uns herum gefühlt 20 verschiedenste Kletterfelsen. Überall blinkten die Bühler... Es juckte uns in den Fingern, doch es war ein Wandertag angesagt. Und Material hatten wir eh nicht dabei. Nach einer kleinen Siedlung wurde der Weg wieder breiter und die steilen Wände zogen sich zurück. Es fing wieder etwas an zu regnen. Aber zum Auto war es nicht mehr sehr weit. Am Waldhaus hieß es noch einmal nach links abbiegen und der Bundesstraße ein paar Meter folgen und links wieder den Wald hinauf. An der nächsten Weggabelung hielten wir uns links und kamen so wieder auf die Waldwegverlängerung des Kästewegs, wo das trockene Auto wartete.

Fazit: Auch bei feuchtem Wetter lohnt sich die Fahrt in den Harz um zu wandern. Uns begegneten weitaus weniger Menschen als üblich und wir hatten die meisten Aussichtspunkte für uns. Der Weg ist sehr abwechslungsreich: Es gibt breite, geschotterte Wegabschnitte, schmalere Pfade und auch steinige Bereiche an den Klippen. Die Wege führten durch Nadel-, Misch- und Laubwälder und die Klippen lockerten das Ganze auf. Wir sind den Weg bzw. Teilabschnitte bestimmt nicht zum letzten Mal gelaufen.

 

 

 

Hannah

 

Insgesamt hatte die Tour knapp 12km und 400 Höhenmeter.

Mehr Informationen zur Route gibt es hier.

 

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