Der Weg vom Fohlen zum Reitpferd - Der Anfang

Heute stelle ich euch meinen liebsten Grund, Zeit draußen zu verbringen, vor: Tiara. Tiara ist ein American Quarter Horse und bald ein Jahr alt, also noch ein richtiges Pferdekind ;) Ich habe mich für ein Jungpferd entschieden, weil man so die Ausbildung des Pferdes selbst in der Hand hat und ich Tiaras Mama sehr gut kenne, sie ist quasi ein Familienmitglied und es ist wunderschön, von Beginn an die Entwicklung des Pferdes mit zu erleben. American Quarter Horses sind schnell, wendig und äußerst trittsicher. Früher wurden sie vor allem in der Farmarbeit eingesetzt und bei der Zucht wurde auf Ausdauer, Gesundheit und Genügsamkeit geachtet. Ideale Voraussetzungen also für Outdoor-Abenteuer aller Art. Besonders ihre Charaktereigenschaften machen Quarter Horses zu einem tollen Partner, sie sind freundlich, intelligent und absolut nervenstark (meistens).

 

Tiara lebt das ganze Jahr über draußen im Offenstall in einer großen Stutenherde und ist auch draußen geboren. Pferde sind Lauftiere und bewegen sich in Natur täglich ca. 16 Stunden, auch bei der Entwicklung und im Wachstum von Sehnen, Bändern und Knochen ist Bewegung extrem wichtig. In der großen Gruppe können die jüngeren Pferde von den Älteren lernen und werden so bestens sozialisiert. Dazu sind Pferde super an das Leben draußen angepasst, ein dickes Winterfell schützt vor Kälte und Nässe. Pferde besitzen dafür ein ausgeklügeltes System, die Thermoregulation. Je nachdem wie kalt es ist, werden die Haare aufgestellt und isolieren den Pferdekörper vor Kälte. Kein Wunder dass Tiara im Winter wie eine kleine Plüschkugel ausgesehen hat. Meiner Meinung nach ist Boxenhaltung nicht artgerecht, glücklicherweise gibt es aber immer mehr Leute die umdenken und so habe ich auch einen wirklich tollen Aufzuchtplatz für Tiara gefunden. Ihr Winter-Paddock ist in einem großen Waldstück und dort gibt es für junge Pferdekinder auch immer was zu entdecken. Im Sommer sind die Pferde auf der Weide, wo ein schattiger Unterstand vor Hitze und Bremsen schützt.

 

Im Moment darf Tiara einfach ihre Kindheit genießen und mehr als das sogenannte Fohlen-ABC muss sie auch noch nicht können. Dazu gehört in erster Linie sich überall anfassen/putzen lassen, geführt werden, Hufe geben oder still stehen, warten bis man das Tor aufmacht oder mal ein paar Schritte rückwärts weichen. Und Frau Pferd lernt gewisse Regeln, die natürlich auch genauso für den Menschen gelten, wie zum Beispiel Höflichkeit und Respekt. Sie darf mich beispielweise nicht einfach umrempeln und ich werde niemals die Geduld verlieren und sie anbrüllen (bringt eh nix). Manche Dinge dienen auch der Sicherheit, zum Beispiel im Straßenverkehr, Stopp heißt halt einfach immer Stopp. Im Moment gewöhne ich sie daran, ohne Stress von Herde weg zu gehen und sie dann zu putzen oder auch mal kleine Stücke zu führen. Ohne ihre Herdenmitglieder ist Tiara aber noch ziemlich unsicher, so dass wir es momentan bei kurzen Stücken belassen. Sie ist aber auch wirklich noch jung und die Sicherheit wird mit der Zeit kommen. Für ein gutes Miteinander und eine gute Lernbasis, braucht es vor allem Vertrauen und bloß keine Hektik. Ein gestresstes Pferd lernt nicht so gut wie ein entspanntes und zufriedenes Pferd. Mit erfahrender Pferde-Begleitung ist ein Spaziergang aber schon kein Problem. Außerdem gewöhne ich sie nebenbei an potentiell gruselige Dinge wie Regenschirme oder Sprühflaschen mit Antifliegenspray, da kommt bei ihr aber ganz das Quarter Horse durch und sie hat die Ruhe weg. In Zukunft werde ich hier immer mal wieder ein paar Dinge über uns berichten. 

 

 Lena

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