Irrfahrt an der Lippe

Vor einigen Jahren habe ich für eine längere Fortbildung in Paderborn gelebt. Dort habe ich ein kleines Abenteuer erlebt, zu dem ich damals schon Freunden folgendes geschrieben habe:

 

"Nachdem ich den ganzen Tag im Kabuff vorm Rechner gesessen habe, hatte ich Lust auf eine kleine Radtour. Die Route hatte ich mir in den Pausen schon mit Hilfe von Google Maps rausgesucht. Da sind mittlerweile ja auch Radwege eingetragen (Stand 2014). Es sollte von Paderborn in Richtung Benhausen gehen und über Marienloh nach Schloss Neuhaus. Ich bin also frohen Mutes um 4 losgefahren. Der erste Teil des Weges war sehr schön, durch Obstbaumalleen und zwischen Feldern entlang. In Marienloh habe ich sogar direkt den etwas komplizierteren Weg zur B1 gefunden. Oh Wunder! Es gab sogar eine Unterführung unter ihr hindurch! Auf der anderen Seite ging es dann weiter in Richtung Truppenübungsplatz Senne. Der Radweg wurde schmaler und schmaler, nach 100m war dann der Asphalt weg. Kein Problem, mein Rad ist ja schon ein wenig geländegängig. Irgendwann war der Weg nur noch ein Trampelpfad durchs Dickicht.

 

Hufspuren waren vorhanden, also dachte ich mir, wenn Pferde da weiter durchkommen, schaffe ich das auch. Die ersten Brennnesseln tauchten auf. Egal, umkehren ist blöd, ich bin nicht dafür bekannt, einen langen Weg wieder zurück zu fahren, nur weil das einfacher sein könnte. Bald fuhr ich nur noch durch hüfthohe Nesseln. Fies wie die Brennen können... Als es fast nicht mehr weiter ging (Trampelpfad durch einen Nesselwald!) war der Weg plötzlich an einem Fluß zu Ende! Ich hatte also die Möglichkeit umzukehren, oder mich der Herausforderung zu stellen. Zum Glück hatte ich meine Fingerschuhe an und nicht die guten Lederchucks. Also rein in die Fluten. Kalt war das Wasser, tat meinen armen zerschundenen Beinen aber gut. Auf der anderen Seite kam ich zum Glück einfach wieder raus, nur um in einem riesigen Sandkasten zu landen! Der Weg war laut Google immer noch ein Radweg! Fahren unmöglich, also bin ich den Weg ein gutes Stück entlanggelaufen und habe meine Schuhe hinterher nochmal im Fluß entsandet. Am Ende der Sandkiste habe ich dann einen kleinen ausgeschilderten Wanderweg gefunden, der mich entlang des Truppenübungsplatzes durch die Senner Kiefernwälder wieder in die Zivilisation zurück gebracht hat. Da ich noch keine Lust hatte, nach Hause zu fahren, habe ich kurzentschlossen noch den Habichtssee gesucht und nach einer gefühlten Stunde auch gefunden um nochmal die Beine zu baden und zu waschen. Sand kann verdammt dreckig machen! Jetzt sitze ich hier zufrieden und überlege schon, wann ich meinen nächsten Abstecher in die Senner Wälder mache, um das nächste kleine Abenteuer zu erleben. Google Maps wird mir dabei sicherlich wieder helfen!

 

PS: Gerade habe ich festgestellt, dass der schöne klare Fluß die Lippe war!"

 

 

Hannah

Strecke ca. 20km. Mehr Informationen gibt es hier.

 

 

 

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