Stromboli - eine leichtere Alternative

Während unseres Urlaubs auf den Liparischen Inseln hat Marco die Option der Stromboli-Besteigung genutzt.Da ich zu dem Zeitpunkt leider etwas gesundheitlich angeschlagen war, habe ich als Alternative mit vielen Mitwanderern die leichtere Wanderung mitgemacht.
Der Startpunkt dieser wunderschönen Tour ist der Piazza San Vincenzo. Von hier wanderten wir die Gasse Via Soldato Francesco Natoli, linkerhand der Kirche gelegen, hinauf. Dies ist ebenso der übliche Start für den klassischen Aufstieg auf den Stromboli. Der Weg führt Anfangs durchgängig bergauf, bis er sich in zwei deutlich schlankere Wege aufsplittert. Während die Strombolibesteiger dem linken Weg folgen, halten wir uns rechts und folgen dem Weg in die Büsche, der Weg wird schnell zu einem Pfad durch die Büsche.

 

Nach einem weiteren Anstieg halten wir in etwa bei etwas Rauf und Runter die Höhe und genießen die in der warmen Frühlingsluft blühenden Sträucher um uns herum. Zwischendurch erhaschen wir wunderschöne Ausblicke auf den Ort Stromboli sowie das Meer mit der kleinen Leuchtturminsel Strombolicchio. Bei den guten Sichtverhältnissen können wir sogar das italienische Festland am Horizont erblicken! Da Anfang Mai die Sonne schon eine ordentliche Kraft aufweist, sind wir froh, dass es zwischendurch immer wieder auch durch leuchtende und duftende Büsche geht, die uns deutlich über die Köpfe ragen. Nach ca. 2 Stunden Wanderung (ich habe keine Uhr dabei gehabt, und so ein Multifunktionsgerät wie Marco habe ich schon gar nicht...) erreichen wir eine weitere Weggabelung. Folgt man rechts dem alten gepflasterten Weg hinab, erreicht man das alte Osservatorio, das heutzutage eine Pizzeria beherbergt. Der linke Weg führt den Berg etwa 150 bis 200 Höhenmeter hinauf zur Aussichtsplattform Punto panoramico, die einen tollen Blick auf Strombolis Feuerrutsche, Sciara del Fuoco, gibt. Wir nehmen natürlich den linken Abzweig und wandern eine weitere halbe Stunde hinauf zur Aussichtsplattform.


Zwischendurch ein Stopp und ein Aufhorchen: Da rumpelt doch etwas?! Als wir ankommen, breitet sich vor uns ein spannender Blick auf die Sciara del Fuoco: Die komplette Vulkanflanke ist mit erstarrter Lava und ohne Ende Vulkanasche bedeckt. Unser Blick schweift den Berghang hinauf. Etwas oberhalb von uns sind Ziegen fleißig am Grasen, doch unser Blick wird vom Gipfel des Vulkans eingefangen: Da oben stehen Leute! Nach etwas geduldiger Wartezeit rumpelt es auf einmal wieder ordentlich. etwas rechts vom Krater können wir beobachten, wie Stromboli glühendes Gestein in den Himmel spukt. Ein beeindruckender Anblick! Auf der Sciara del Fuoco werden Asche und Staub aufgewirbelt, die Gesteinsbrocken landen dort üblicherweise. Dieses Schauspiel erleben wir ca. alle 15 Minuten. Nach einer Stunde Aufenthalt machen wir uns wieder auf den Weg, den Berg hinunter. In der Pizzeria Osservatorio sind Plätze reserviert, Pizza und Pasta warten auf uns. Bei der Ankunft die Überraschung: Da das Wetter so traumhaft ist, wurde die große Terrasse geöffnet! Und so sitzen wir, während die Dämmerung hereinbricht vor unserer Pizza oder Pasta (superlecker!) und bestaunen die Ausbrüche des Strombolis. Wir sehen von der Terrasse aus tatsächlich etwa 2/3 der kompletten Ausbrüche! Je dunkler es wird, desto imposanter ist das Schauspiel, der Stromboli erlebt in diesem Jahr laut unserem Wanderführer die stärksten Ausbrüche seit Jahren! Leider müssen wir uns bald von dem Anblick trennen, da uns noch der Abstieg zurück ins Dorf bevorsteht und unser Schiff nicht auf uns wartet. Alternativ bietet die Pizzeria üblicherweise aber auch einen Shuttleservice zurück an. Bei völliger Dunkelheit laufen wir den mäßig befestigten Weg hinunter. Teilweise mit Taschenlampen, teilweise ohne. Ich laufe ohne, mich nerven Taschenlampen meist, da mich das Licht blendet. Zudem scheint ein ziemlich heller Mond, man kann, wenn man nicht gerade von einer Lampe geblendet wird, gut sehen. Die ersten Häuser tauchen auf, an der ersten T-Kreuzung halten wir uns rechts, würde man die linke Straße nehmen, würde man aber auch am Hafen ankommen. Schließlich kommen wir wieder am Piazza San Vincenzo an.


Auf dem Weg kann man übrigens oben am Berghang eine lange Perlenkette an Lichtern sehen: Die Strombolibesteiger haben ihre Stirnlampen an und sind auf dem Weg nach unten!

 

Hannah

 

Nähere Informationen zur Wanderroute findet ihr auf oudooractive.com.

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